Film | Agnes und seine Brüder |
Produktionsland | Deutschland |
Jahr | 2004 |
Spielzeit | 111 Minuten |
Regie | Oskar Roehler |
Hauptdarsteller | Martin Weiß, Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup, Katja Riemann, Tom Schilling, Suzan Anbeh, Vadim Glowna, Margit Carstensen, Marie Zielcke, Oliver Korittke, Martin Semmelrogge |
Bewertung | **** |
Worum geht’s?
Die Brüder Tschirner befinden sich in verschiedenen Stadien des Unglücks: Martin nennt sich seit seiner Geschlechtsumwandlung Agnes und wird von seinem Freund vor die Tür gesetzt. Hans-Jörg ist ein verklemmter Sexsüchtiger, der als Bibliothekar arbeitet und den jungen Studentinnen nachstellt. Werner kämpft als Politiker für das Dosenpfand in ganz Europa, kann sich aber zuhause nicht einmal gegen seinen eigenen Sohn durchsetzen. Ein Besuch bei ihrem Vater führt die drei zusammen. Doch auch in der Familiengeschichte lauert nur Ärger auf sie.
Das sagt shitesite:
Ein beeindruckendes Ensemble muss noch längst nicht zu einem eindrucksvollen Film führen. Doch bei Agnes und seine Brüder ist das der Fall. Selbst die Nebenrollen sind spektakulär gespielt. Moritz Bleibtreu brilliert als notgeiler Spießer (und nimmt damit seine Rolle in Elementarteilchen vorweg), Herbert Knaup ist perfekt als pseudo-liberaler Staatsdiener, der besessen ist von seinem Wunsch nach Normalität. Und Martin Weiß ist als Agnes ein Ereignis. Seine Figur ist die einzige, die zumindest vielleicht ein bisschen Glück erleben darf in diesem Film. Ansonsten ist Agnes und seine Brüder ein trostloser, aber sehr poetischer Blick auf die vergebliche Suche nach der Freiheit (die hier in Form des Soundtracks, unter anderem mit Radar Love und Stuck In The Middle With You in die Welt der Protagonisten hereinbricht), der Harmonie und der heilen Welt. Dazu passt, dass der Film einige Brüche und Zitate bietet, vor allem aber reichlich tolle Szenen. Wie Agnes ihre Koffer stehen lässt, wie Werner einen Amoklauf träumt oder Hans-Jörg sich als Porno-Laiendarsteller versucht, das hat ganz viel Humor, ganz viel Wärme und ganz viel Tragik.
Bestes Zitat:
“Ich liebe Dich nicht mehr. Ich bin Dir nicht böse, ich will einfach nur gehen.”
Der Trailer zum Film:
httpv://www.youtube.com/watch?v=Ns-zwWwoVyg