Draufgeschaut: Bad Teacher

Film Bad Teacher

Szene aus dem Film "Bad Teacher" mit Cameron Diaz
Elizabeth (Cameron Diaz) hasst ihre Schüler.
Produktionsland USA
Jahr 2011
Spielzeit 92 Minuten
Regie Jake Kasdan
Hauptdarsteller Cameron Diaz, Justin Timberlake, Jason Segel, Lucy Punch
Bewertung

Worum geht’s?

Ihr Job als Lehrerin ist für Elizabeth Halsey eigentlich nur ein lästiges Alibi, um wie ein halbwegs wertvolles Mitglied der Gesellschaft  wirken zu können. In Wirklichkeit lebt sie vom Geld ihres Verlobten, und zwar in Saus und Braus. Als der alllerdings erkennt, dass sie nur hinter seinem Vermögen her ist und sie vor die Tür setzt, muss Eilzabeth das Unterrichten plötzlich ernst nehmen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Gewzungenermaßen fügt sie sich in dieses Schicksal, ohne die geringste Lust, sich mit Bildung, Lehrplan, Kollegen oder gar Schülern herumärgern zu müssen. Ihr einziges Ziel: Sie will so schnell wie möglich 10000 Dollar verdienen, damit sie sich eine Brustvergrößerung leisten und dann wieder einen spendablen Mann aufreißen kann. Und an der Schule finden sich tatsächlich ein paar, mehr oder wenige legale, Möglichkeiten dazu.

Das sagt shitesite:

Es sei nichts anderes als Faulheit, zu viel Zeit aufs Lernen zu verwenden, soll Francis Bacon einmal gesagt haben. Elizabth Halsey, von Cameron Diaz hier in einer erfrischend fiesen Verrückt nach Mary-Manier gespielt, scheint das genauso zu sehen. Jede Minute im Klassenraum oder Lehrerzimmer ist für sie eine Qual, und (fast nur) aus dieser Idee bezieht Bad Teacher sein komödiantisches Potenzial.

Natürlich hätte man daraus auch eine politisch angereicherte Satire mit subtiler Kritik am US-Schulsystem und der erbarmunsglosen Sozialauswahl der High School machen können. Regisseur Jake Kasdan verzichtet allerdings auf derlei Seitenhiebe und liefert stattdessen: Entertainment.

Das funktioniert mit einigen Zoten, es funktioniert aber auch durch putzige Nebenfiguren (wie den herrlich trotteligen Hilfslehrer, den Justin Timberlake spielt), eine große Bereitschaft zur Selbstironie bei allen Beteiligten und die in der Ausgangssituation angelegte Umkehrung der Vorzeichen, die ganz alleine reichlich gelungene Gags trägt.

Ganz frei von subversivem Potenzial ist Bad Teacher dabei freilich nicht. Der Film zeigt, wie anmaßend die Idee ist, Heranwachsende in einem derart dysfunktionalen System und mit völlig weltfremdem Lehrstoff tatsächlich zu besseren Menschen machen und aufs Leben vorbereiten zu wollen. Er führt vor Augen, wie verlogen Lehrer sind, die ihr Geld damit verdienen, Teenager zu disziplinieren – und dann selbst jede Gelegenheit nutzen, sich pubertär zu benehmen, sobald sie alt genug sind, die Schulbank hinter sich zu lassen, und reich genug, um sich infantiles Verhalten wieder leisten zu können. Und er macht deutlich, was Lehrer und Schüler in vielen Situationen nun einmal sind: erbitterte Rivalen in einem Abnutzungskampf gegen das Nervenkostüm der Gegenseite.

Bestes Zitat:

„Ich brauche keine Tafel und kein Klassenzimmer, um ein Vorbild zu sein.“

Der Trailer zum Film.

Michael Kraft

Michael Kraft ist Diplom-Journalist und lebt in Leipzig. Auf shitesite.de schreibt er seit 1999 als Hobby über Musik, Filme, Bücher und ein paar andere Dinge, die ihn (und vielleicht auch den Rest der Welt) interessieren.

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