Film | Grasgeflüster | |
Originaltitel | Saving Grace | |
Produktionsland | Großbritannien | |
Jahr | 2000 | |
Spielzeit | 93 Minuten | |
Regie | Nigel Cole | |
Hauptdarsteller | Brenda Blethyn, Craig Ferguson, Valerie Edmond, Martin Clunes | |
Bewertung |
Worum geht’s?
Die schrullige Rosenzüchterin Grace führt ein beschauliches Leben in einem schottischen Fischerdorf. Als ihr Mann stirbt, ändert sich das aber abrupt. Nicht nur, dass zu seiner Beerdigung eine langjährige Geliebte auftaucht, von der sie nichts ahnte. Ihr Gatte hat ihr auch noch einen Berg Schulden hinterlassen – und deshalb droht Grace nun sogar der Verlust ihres Hauses. Sie hat nur ein paar Wochen Zeit, um 300.000 Pfund aufzutreiben. Gemeinsam mit ihrem Hausmeister Matthew, der sich bisher vergeblich im privaten Hanfanbau versucht hat, entwickelt sie einen Plan: Mit Matthews Mariuhana-Pflanzen und Graces grünem Daumen können sie in kurzer Zeit eine große Ernte einfahren, das Gras verkaufen und somit die Drogenversorgung des Dorfes und die Existenz der alten Dame sichern. Das sorgt nicht nur bei den Nachbarn für einiges Aufsehen, sondern auch für erhöhte Aufmerksamkeit der örtlichen Polizei und Alarmbereitschaft in der Unterwelt.
Das sagt shitesite:
Eine Kifferkomödie im Rosamunde-Pilcher-Setting? So seltsam diese Idee wirkt, so gut funktioniert Grasgeflüster. Es gibt malerische Bilder von der Küste in Cornwall und das Porträt einer Dorfgemeinschaft, deren Zusammenhalt zu einer sehr eigenen Interpretation von Rechtschaffenheit führt. Dazu kommen viel Charme, vor allem zum Ende hin eine beeindruckende Dynamik und genau die richtige Prise Anarchie.
Das ist vor allem Brenda Blethyn als Hauptdarstellerin zu verdanken. Die Verwandlung von der Spießerin zur Drogendealerin bringt sie erstaunlich glaubwürdig auf die Leinwand, wozu neben ihrer schauspielerischen Leistung auch die feine Personenzeichnung beiträgt. Denn zunächst ist ihr Entschluss aus Trauer, Verzweiflung, Wut und durchaus auch Rache gegenüber ihrem verstorbenen Mann getrieben. Dann erkennt sie: In der Position, am Abgrund zu stehen, kann durchaus auch eine Chance bestehen. Marihuana ist dabei letztlich eine Metapher für Mut, Überwindung und das Verlassen der Komfortzone, und Grace erfährt im Verlauf von Grasgeflüster mindestens so viel über sich selbst wie über ihren betrügerischen Gatten.
So gelingt eine – für eine Komödie – ungewöhnlich tiefe emotionale Verbindung zu dieser Protagonistin, was durchaus typisch für den sehr britischen Humor dieses Films ist. Er setzt nicht auf Klamauk, pointenreiche Dialoge oder Schenkelklopfer, sondern entsteht über den Pragmatismus seiner authentischen Figuren. Regisseur Nigel Cole bringt dieses Prinzip im Bonusmaterial der DVD wunderbar auf den Punkt: „Gewöhnliche Leute in außergewöhnlichen Situationen.“
Bestes Zitat:
„Ich bin ein bisschen konfliktscheu, ich weiß. Aber wenn du im Glasgow der Siebziger aufgewachsen wärst, wärst du auch konfliktscheu.“
Der Trailer zum Film:
httpv://www.youtube.com/watch?v=6NVyga6MHuU